Wednesday, July 25, 2007

The X-Files Revisited

Der geübte Serienseher lässt Piloten in der Regel verstreichen, ohne mit der Wimper zu zucken: CALIFORNICATION hätte für meinen Geschmack gut und gern mit einer Doppelfolge starten können. 30 Minuten Hank Moody sind einfach zu wenig. Dabei müsste man meinen, Figuren mit Writer's Block will wirklich niemand mehr schreiben. Geschweige denn sehen. Aber mitnichten. Hank hat sich bereits innerhalb der ersten 5 Minuten einen fixen Platz in meinem fiktiven Freundeskreis gesichert. Wiedersehen macht Freude!

Thursday, May 3, 2007

Die Rückkehr der Helden, Teil 2

Michael J. Fox war spätestens nach DAS GEHEIMNIS MEINES ERFOLGES der Schwarm meiner Jugendtage. ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT hab ich trotzdem nicht verstanden. Gemocht schon. Aber verstanden: nicht wirklich! Nun kommt Peter Petrelli alias Milo Ventimiglia nicht mal in Ansätzen an meine Jungmädchenphantasien vergangener Tage heran. Weder in seiner sanftmütigen Version. Noch in der neuen rachsüchtigen. Und Hiro geht mir ohnehin seit Folge 1 auf die Nerven. Die Chancen, sich mit dem unglaublich komplizierten Konzept der Zeitreise zu befassen, standen also vergleichsweise schlecht. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass mich die echte Rückkehr der Helden in nun mehr Folge 20 durchaus beeindruckt hat. Klar. So ganz verstanden hab ich's wieder nicht. Wie das ist, wenn man sich selbst in der Zukunft trifft. Und sich dort beim Sterben zusehen muss. Aber wenn dafür eine Zeile wie "I scare me" rausspringt, dann bin ich an Board!

Friday, April 27, 2007

All we need is LoVe!

Während die Serie selbst in quälend langer Pause ist, entwickelt sich das Real-Life Drama um VERONICA MARS zu einer Show für sich. Auf der Shortlist der Most Endangered TV-Serien dieser Saison längste Zeit auf Platz 1, in letzter Minute von den Stimmen der GILMORE GIRLS Anhängerschaft verdrängt und laut Showrunner Rob Thomas trotz alle dem weiterhin für eine 4. Staffel im Gespräch: der atemlose Fan wischt sich Angstschweiss von der Stirn. Und schickt glühende Petitionen gen Hollywood. In der armseligen Hoffnung, foreign votes würden vielleicht mehr wiegen. In einer Entscheidung, bei der es allein um Quote, Quote, Quote geht. Und darum, die Werbekunden zufrieden zu stellen. Eine Sicht der Dinge, die der ergebene Serienjunkie konsequent auszublenden weiß. In den Wochen vor den Upfronts jedoch einmal mehr bittere Realität wird.

Tuesday, April 24, 2007

Die Rückkehr der Helden

Lange hat man uns warten lassen. Auf die Folge 19 von HEROES. Und hat sich das Warten gelohnt? Ganz ehrlich: Ich bin mir unsicher. Für jemanden, der schon innerhalb einer einzigen Folge von HEROES immer wieder den Faden verliert, ist es einfach zu viel verlangt, 6 Wochen und 3 neue Serien später den Faden bzw. die diversen Fäden wieder aufzunehmen. Fest steht: Nathan Petrelli war beim Frisör in der Zwischenzeit. Und da sagt die Continuity: No No No! Ansonsten hoffe ich, dass "the return" in den USA mit dem üblichen Reklame-Pomp begleitet wurde. Wär ja schon schad, würd die Serie untergehen, bevor die Cheerleader die Welt gerettet haben (...oder wie war das noch mal?)

Sunday, April 15, 2007

Psycho killer, ques que ce?

Dexter Morgan ist Forensiker. Von Beruf. In seiner Freizeit ist er Serienkiller. Womit sich DEXTER auf ebenso erstaunliche wie erschreckende Art von seiner Serien-Verwandschaft C.S.I., BONES und COLD CASE unterscheidet.
Zahllose stoffliche wie visuelle Bezüge jagen dem Connaisseur Freuden- wie Angstschauer über den Rücken. Erinnerungen an die Geschichten von James Ellroy, an Patrick Bateman in AMERICAN PSYCHO oder an THE SHINING werden wach. Und wenn Dexter seine Opfer vor ihrer Hinrichtung aufbahrt, so lassen sich durchaus gewisse Parallelen zum Setting im Leichenkeller von Fischer & Sons erkennen. Fast ist man versucht, Michael C. Hall's Darstellung in SIX FEET UNDER umzudeuten, hinter dem Touch von "neat-freak", den er bereits David verpasst hat, eine soziopathische Ader zu vermuten. DEXTER lebt von Hall's Performance, von seinen teils lakonischen, teils ironischen, manchmal fast schon humorigen Kommentaren aus dem Off, dem spielerischen Wechsel zwischen warmherzig und kaltblütig, seiner bloßen körperlichen Präsenz. Die zweite tragende Rolle spielt Miami, das eine völlig surreale Atmosphäre schafft und das beschriebene Wechselbad der Gefühle in Schauplätze übersetzt.

Sunday, April 1, 2007

Let's get married, shall we!

Nachdem wir seit vergangenem Herbst wieder ein wöchentliches Date mit Ally McBeal alias Calista Flockhart in der so kitischigen wie großartigen (und gerade für den Banff World Television Award nominierten) Serie BROTHERS & SISTERS haben, ist nun auch M. Pfeiffer's Hubby und Writing-Wunderkind David E. Kelley zurück mit einer neuen Show. Und zum ersten Mal verlässt Mr. Kelley die ihm so vertrauten Gefilde der Rechtsfindung und Rechtssprechung, um sich in einem völlig neuen Berufsfeld auszuprobieren: dem Hochzeit-Planen. Wer jetzt "TV for the illiterate" erwartet, wie er es derzeit mit FRANK - DER WEDDINGPLANER auf Pro7 geboten bekommt, sei beruhigt: THE WEDDING BELLS ist eine durch und durch geskriptete Serie mit allem, was man sich so spät in der Fernsehsaison noch wünschen kann. Hübsche Figuren in hübschen Kleidern, hübsche Figuren in hübschen Kleidern. Ach, und erwähnte ich schon die hübschen Figuren in ihren hübschen Kleidern? Streckenweise war ich auch von den Dialogen zwischen den Figuren bestens unterhalten. Ihr Hauptthema, der Titel lässt es bereits erahnen: Love and Marriage. Und die unsägliche Kombination aus Gefühlschaos und Kontrollwahn, die die Vorbereitungen einer Hochzeit begleitet.

Zumindest für die ersten 5 Folgen liefert dieser Ansatz ausreichend Stoff. Für mehr scheint es jedoch - bedauerlicher Weise, wie ich finde - nicht gereicht zu haben. Denn den verbleibenden Folgen droht nun das selbe Schicksal wie SIX DEGREES: Sie werden im Netz ausgestrahlt. Ein langsamer Tod, der insbesondere für die Zuschauer diesseits des Ozeans umso bedauerlicher ist, als er nicht live miterlebt werden kann.

Saturday, March 31, 2007

Achtung! Road Block!

Warum ABC ein Lead-in wie GREY'S ANATOMY an eine Show wie OCTOBER ROAD verschwendet, wird wohl eines der ungelösten Rätseln bleiben, die uns die Network-Executives in diesem Fernseh-Frühjahr aufgeben. OCTOBER ROAD ist so inspirationsfrei, dass man fassungslos vor der Mattscheibe verweilt, für den Fall, dass sich das Ganze doch noch als ein großer Irrtum herausstellt. Tut es aber nicht. Auch in Folge 2 bleibt die Serie von Josh Appelbaum, André Nemec und Scott Rosenberg witzlos, hölzern und peinlich. Zumindest zwei der beiden Herren bringen Erfahrungen als staff-writer für ALIAS mit - eine Serie, die ich persönlich noch nie gesehen hab. Die den beiden Autoren aber zumindest bescheinigt, keine blutigen Anfänger zu sein. Genau so wirkt aber OCTOBER ROAD: wie ein Erstlingswerk. Wie der ungelenke Versuch eines Filmstudenten, im Seminar "Serielles Erzählen" irgendetwas zu produzieren, was tragfähig sein könnte. Zumindest den Piloten lang. Und so wird die eigene bescheidene Biographie bemüht: Der Drehbuchautor mit dem Writer's Block ist in der Serie "nur" mehr Autor (soviel Fiktion muss sein!), die spießige Kleinstadt, der man versucht hat zu entfliehen und in die man jetzt wieder zurückkehren muss (Stichwort: face your fears!), ist malerischer, das Highschool-Sweetheart hübscher und die alten Haberer hässlicher. But what the heck! Hauptsache die Idee sitzt. Und lässt sich verkaufen. Und offensichtlich hat sie sich verkaufen lassen. Weil hier ist sie! Klein und engstirnig macht sie sich breit am Donnerstag Abend. Und will gemocht werden. Und seltsam genug: sie wird gemocht. Zumindest den Quoten nach. Einmal mehr beweisen die Nielsen-Zahlen, dass über 8 Millionen Amerikaner DOCH irren können. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Saturday, March 10, 2007

No touchy: the rules of engagement.

Freunden des meistübersehenen Disneywerks des neuen Jahrtausends macht CBS seit Anfang des Jahres eine ganz besondere Freude: DAS LAMA aka Emperor Kuzco aka David Spade ist once again vereint mit Cronk (Patrick Warburton). Und zwar in der Sitcom The Rules of Engagement, die - auf bisher etwas ungelenke Art - die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Paarverbindungen zum Inhalt hat. Verliebt, verlobt, verheiratet in seinen diversen Aggregatszuständen. Zweifelsohne Potenzial für jede Menge Situationskomik. Potenzial, das in den ersten Folgen bedauerlicherweise nicht ganz ausgeschöpft wurde. Aber was ein treuer Lama-Fan ist, der ignoriert die Anlaufschwierigkeiten. Und hofft auf Improvement.


HouseRules!

Die dritte Staffel läuft. Und sie läuft gut. Nicht so gut, wie die grossartige zweite. Aber passabel genug. Ohne Zweifel: Die aktuelle Folge (315) kommt an den Glanz der alten Tage heran. Für Fans von Dave Matthews: der Gitarrist als genialer Pianist auf dem Operationstisch (getting the right half of his brain removed!!!). Der eigentliche Star der Serie ist aber natürlich einmal mehr Greg House. Hugh Laurie ist jeden Cent seines sechsstelligen Salärs pro Folge wert. Prinzipiell und immer. In dieser Folge allerdings noch ein kleines bisschen mehr.

Dialogfavorit
Cameron: You faked cancer?!?
House: I didn't! I wanted the guys in Boston to think that I had cancer! I wanted the guys who were gonna plant a cool drug right into the pleasure centre of my brain to think that I had cancer!
Cameron: You faked cancer to get high?
Foreman: You were right, i don't like you!
House: Sure, now that I am not dying!